By Guillaume Lecointre, Hervé Le Guyader, Dominique Visset, Bruno P. Kremer, Claudia Schön

Die Verästelungen im Baum des Lebens

Wussten Sie, dass Sie mit einem Röhrling näher verwandt sind als mit einem Gänseblümchen? …, dass die Krokodile mit den Vögeln näher verwandt sind als mit den Eidechsen? …, dass die Dinosaurier noch immer unter uns sind?

In den letzten 30 Jahren sind die Methoden der Klassifikation völlig neu überdacht worden. Das Resultat stellt die bisherige Einteilung des Lebens auf den Kopf. Dennoch haben sich die neuen Erkenntnisse aus den Forschungslabors der Welt bislang nicht im Unterrichtsstoff an Schulen und Universitäten niedergeschlagen.

Bisher sind mehr als 2 Millionen Arten und über 30 Abteilungen bzw. Stämme dokumentiert. Die Biosystematik hilft die organismische Vielfalt zu bewältigen. Sie stellt die wesentlichen Einteilungs- und Ordnungskriterien vor und diskutiert bedeutende stammesgeschichtliche Entwicklungslinien.

Ein einzigartiger Überblick

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Soziologie der Zweierbeziehung: Eine Einführung

Die Pluralisierung von Beziehungsformen macht eine Soziologie der Zweierbeziehung erforderlich, die sowohl Ehen wie auch nichteheliche Formen einbezieht. In dieser Einführung werden die bislang verstreuten Beiträge gebündelt, systematisiert und in einer (mikro-)soziologischen Perspektive verdichtet. In Unterscheidung zu einem individuumszentrierten Ansatz, wie er in der Psychologie und der Paartherapie verankert ist, werden Zweierbeziehungen in der culture von Georg Simmel, Alfred Schütz und Erving Goffman als ein genuin soziales Phänomen aufgefasst.

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Diese Vorgehensweise (Auswahl und Ausschluss von n Sites unter n Sites mit anschließender Stammbaumkonstruktion) wird sehr häufig wiederholt (im Allgemeinen 1000 Mal). Auf diese Weise erhält man viele Stammbäume, die eine Vielzahl von Gruppierungen repräsentieren. Einige davon sind allerdings widersprüchlich. Das Ergebnis hat generell die Form eines Konsensus-Stammbaums, in dem alle aufgetretenen Hauptgruppen dargestellt sind (Abb. 15). Jede Gruppe (jeder Knoten) hat somit einen Prozentsatz, der auf das Größenverhältnis der Stammbäume hindeutet, die aus den Auswahlverfahren hervorgegangen sind, die sie darstellen: Dies ist der bootstrapWert oder das Größenverhältnis vom bootstrap zum Knoten.

11b) und einmal auf dem Ast des Vogels, der von dem der Fledermaus durch weitere Äste getrennt ist. Es handelt sich somit um eine Homoplasie – eine Ähnlichkeit, die nicht von einem gemeinsamen Vorfahren geerbt worden ist. Wenn wir gleichzeitig beim Aufbau des Kiefers von Mensch und Fledermaus eine Homologie angenommen hätten, hätten wir festgestellt, dass der ausschließlich aus dem Dentale bestehende Kiefer in diesem Stammbaum nur ein einziges Mal aufgetaucht ist, und zwar an dem Punkt, an dem sich diese beide Arten treffen (Abb.

Diese Tiere zeigen in der Tat Merkmalskombinationen, die in der heutigen Fauna verschwunden sind: Sie besitzen Merkmale, die sich in den Mammalia weiter entwickelt haben, gemischt mit einigen ursprünglichen Merkmalen, die in den rezenten Diapsidenlinien (Lepidosaurier, Krokodile, Vögel) schon vor langer Zeit verloren gegangen sind. Es kommt noch besser: Das Vorhandensein auch nur eines einzigen dieser Synapsiden (gleichgültig welcher) kann diese Stammbaumveränderung bewirken. Augenscheinlich besitzen diese Fossilien Merkmalskombinationen, die die logische Schlußfolgerung der Geschichte der Amnioten sehr stark beeinflussen.

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