By Ernst Jünger

. First Swiss variation of this recognized e-book by way of the long-lived German novelist and author Ernst Jünger [1895-1998]. After unique carrier in the course of the first global battle, Jünger self-published a ebook of memoirs: Stahlgewittern (Storm of metal) in 1920. Jünger turned all at once recognized, even though many concept the right-wing writer had glorified conflict and Germany.

Show description

Read or Download Auf den Marmor-klippen PDF

Similar german books

Soziologie der Zweierbeziehung: Eine Einführung

Die Pluralisierung von Beziehungsformen macht eine Soziologie der Zweierbeziehung erforderlich, die sowohl Ehen wie auch nichteheliche Formen einbezieht. In dieser Einführung werden die bislang verstreuten Beiträge gebündelt, systematisiert und in einer (mikro-)soziologischen Perspektive verdichtet. In Unterscheidung zu einem individuumszentrierten Ansatz, wie er in der Psychologie und der Paartherapie verankert ist, werden Zweierbeziehungen in der culture von Georg Simmel, Alfred Schütz und Erving Goffman als ein genuin soziales Phänomen aufgefasst.

Additional info for Auf den Marmor-klippen

Example text

Für alle diese war der Alte der große Boß, den sie am Saume des roten Jagdrocks küßten oder am Stiefelschaft, wenn er zu Pferde saß. Er wiederum verfuhr mit diesem Volke nach Belieben und ließ zuweilten ein paar Dutzend wie Krammets-Vögel in ~ 58 ~ die Bäume knüpfen, wenn es sich allzu üppig zu vermehren schien. Sonst mochte es in seinen Gründen hausen und schmausen, wie es ihm gefiel. Als Schutzherr der Vaganten-Heimat war der Alte auch draußen in der Welt von großer, verborgener und weit verzweigter Macht.

Von unserem Felsensitze sahen wir das Dach der Rauten-Klause nun tief unter uns. Im Süden, jenseits der Marina, ragte im Schutze seiner Gletscher-Gürtel das freie Bergland von Alta Plana auf. Oft waren seine Gipfel vom Dunst, der aus dem Wasser stieg, verhüllt, dann wieder war die Luft so rein, daß wir die Zirbel-Hölzer unterschieden, die dort bis hoch in die Gerölle vorgeschoben sind. An solchen Tagen spürten wir den Föhn und löschten im Haus die Feuer über Nacht. Oft ruhte unser Blick auch auf den Inseln der Marina, die wir im Scherz die Hesperiden nannten, und an deren Ufern Zypressen dunkelten.

Dort wo der fette, mit blauem Enzian gesternte Rasen überhing, waren von Kristallen gesäumte Drusen in den Fels gebettet, in deren Höhlen die Käuzchen träumend blinzelten. Auch nisteten die schnellen, rostbraunen Falken dort; wir schritten so nah an ihrer Brut vorbei, daß wir die Nüstern in ihren Schnäbeln sahen, die eine feine Haut gleich blauem Wachse überzog. Hier auf der Zinne war die Luft erquickender als unten im Kessel, wo die Reben im Glaste zitterten. Zuweilen preßte die Hitze einen Windschwall hoch, der in den Schrunden sich melodisch wie in Orgelpfeifen fing und Spuren von Rosen, Mandeln und Melisse mit sich trug.

Download PDF sample

Rated 4.06 of 5 – based on 22 votes