By Kerstin Jürgens

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Soziologie der Zweierbeziehung: Eine Einführung

Die Pluralisierung von Beziehungsformen macht eine Soziologie der Zweierbeziehung erforderlich, die sowohl Ehen wie auch nichteheliche Formen einbezieht. In dieser Einführung werden die bislang verstreuten Beiträge gebündelt, systematisiert und in einer (mikro-)soziologischen Perspektive verdichtet. In Unterscheidung zu einem individuumszentrierten Ansatz, wie er in der Psychologie und der Paartherapie verankert ist, werden Zweierbeziehungen in der culture von Georg Simmel, Alfred Schütz und Erving Goffman als ein genuin soziales Phänomen aufgefasst.

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H. ). Damit werden explizit Wechselwirkungen zwischen den Sphären angenommen. a. als auch die Untersuchung von Kern/Schumann das Bewusstsein aus eingegrenzten Bereichen zu erklären versuchen. a zurück, die das Bewusstsein nicht in Einstellungsbereiche aufteilen, sondern ganzheitlich konzipieren. Ziel dieses Ansatzes zum „Gesellschaftsbild“ ist es, die Objektivierung des Zusammenhangs von Sein und Bewusstsein zu leisten, ohne dabei einer der Lebenssphären einen herausgehobenen Einfluss zu unterstellen.

Die Industriesoziologie identifiziert in diesen Jahrzehnten zwar die Dialektik von Produktionsweise und Lebensverhältnissen und befasst sich seit ihren Anfängen mit solchen Orientierungen und Dimensionen von Bewusstsein, die Klassenlage und Erwerbsbedingungen von Beschäftigten betreffen. Eine systematische Analyse von Reproduktionsarbeiten in der sogenannten ‚Privatsphäre’ und deren Folgewirkungen für die Erwerbssphäre findet jedoch nicht statt. Man überlässt es der Frauenforschung, solche Wechselwirkungen zu 25 26 Mikl-Horke plädiert dafür, „Arbeit und Leben als eine Einheit“ zu verstehen, da „die Bedeutung der Arbeit in einem sozialen Kontext verankert ist, die Identität der Person betrifft und den Lebenszyklus der Menschen mit einbegreift“ (1988: 182).

Alles das, was nicht in der Anpassung an die Anforderungen von Arbeitsmarkt und Betrieb aufgeht, wird aus der Analyse ausgeklammert: „Den Individuen wird somit faktisch ein bloß reaktives Verhältnis zu ihren Lebensbedingungen unterstellt. Sie werden zur Folie, auf der die objektiven Entwicklungsprozesse der Gleichgültigkeit sich abbilden, gleichsam in ihrer Mächtigkeit an den ohnmächtigen Subjekten noch einmal bestätigen können“ (Knapp 1981: 23). h. die Verweigerung von Anpassung, nicht stattfinden.

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